Donnerstag, 31. Mai 2012

Verpennt. Kacke.

Gestern gegen halb neun klingelt es an der Tür. Rami, von nebenan. Hatte ganz vergessen, dass wir zum Bier verabredet waren. Zum Glück hatte er noch eins, und kurz darauf saßen wir mit Bier/Schnaps und Kippen bei ihm in der Küche. Lange nicht mehr einen so tollen verquatschen Abend über alles und nichts gehabt. Besser: Nacht. Um halb vier habe ich endlich mal auf die Uhr geschielt. Scheiße. Um sechs klingelt doch mein Wecker. Seiner wohl um sieben. Also schnell verabschieden und rüber, gleich ins Bett. Nicht ohne vorher den Wecker auf acht zu stellen. Sofort einschlafen wie eine Tote. Und natürlich den Wecker nicht hören. 
Aufwachen. Fuck, halb elf. Vor zwei Stunden wollte ich in der Bibliothek sein. Na scheiße. Aufstehen, Schokoshake und Kaffee, duschen. Der Schreibtisch wird zur Bibliothek umgedacht, ran an den Speck. Oder die Texte. Sind ja ein paar. Nachher zu H&M, die Jeansjacke umtauschen. Hinterher zum Dealer und mit dekadenten Kaffee zum Seminar. Aber erst Texte.
Sonnenbrand tut immer noch weh. Eingecremt ist der Rücken schon, vielleicht nehme ich noch ein Schmerztablette. Kann man von Ibuprofen eigentlich abhängig werden? Ich wüsste nicht warum, gibt weder Endorphinrausch noch lustige Farben oder spaßige Tiere. Vielleicht mach ich was falsch. 


Mittwoch, 30. Mai 2012

Enjoying Summer

Und hier der Beweis:
Der fetteste Sonnenbrand seit locker 12 Jahren. Richtig autschn, aber das passiert, wenn man seine Rückfront beim Eincremen vergisst. Zum Glück gibt es erst nächste Woche wieder richtiges Park-Wetter, bis dahin ist der hoffentlich abgeklungen und vor allem braun geworden.

Dienstag, 22. Mai 2012

PG.Lost - Berlin

Sonntag war ich seit gefühlten Ewigkeiten auf einem Konzert. Ich hatte - natürlich mal wieder als letzte - mitbekommen, dass sich PG.Lost die Ehre gaben (ich sollte vielleicht entgegen meiner Abneigung häufiger meinen Facebookfeed checken) und nach langem Hinundherüberlegen bin ich dann doch nach Berghain in die Kantine gefahren.
12€ Eintritt, aber ich weiß noch, wie sehr ich mich Anfang 2011 geärgert habe, als ich nicht hingegangen bin. Ich war viel zu früh - wie immer - aber ich musste mir eh noch ein Ticket besorgen, und so kam es, dass ich fast eine Stunde lang im Konzertsaal saß und aufden Beginn des Konzertes wartete. Um die Zeit totzuschlagen habe ich mir ein T-Shirt gekauft, und darüber das Poster, das ich eigentlich unbedingt haben wollte, glatt vergessen. Naja, sie kommen ja bestimmt wieder.

Um 21:05 betraten Lost in Thought die Bühne, und ich muss sagen: gut gewählte Vorband. Werd ich mir noch häufiger anhören. Bei einem Song war ich, ich unmusikalischer, schmachtender Laie, tief beeindruckt vom Schlagzeuger, der sich in einem Tempo derartig austobte, dass mir beim Zusehen schon die Puste ausging. Und nein, es war nicht die obligatorische Beckenmaltretierung, sondern er hat die Schlagbude komplett bearbeitet. Nicht schlecht. Blöd, dass es keinen Merch gab.
Was mich wirklich, wirklich mega genervt hat waren die Menschen hinter mir. Ich stand relativ weit hinten, und hinter mir waren die Leute die ganze Zeit am quatschen, als hätten sie sich drei Jaher  nicht gesehen. Selbst wenn's so wäre, könnte man das Verpasste auch später bei nem Bier nachholen, und nicht mitten bei einem Post-Rock-Konzert, dass zwar lauter ist als Zimmerlautstärker, aber eben kein Hardcorekonzert, wo jeder Versuch, sich zu unterhalten, unweigerlich in einer Stimmbandentzündung endet. Gott, was war ich genervt.
Aber die Band war toll, und schon jetzt hatte es sich gelohnt, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich unter Menschen zu wagen.

Um 22:15 kamen dann endlich die Jungs von PG.Lost. Wurde auch Zeit.
Ich weiß nicht, womit es losging, ich kann die Songs tlw. einfach nicht auseinander halten. Im Hintergrund lief die ganze Zeit ein Film, perfekt abgestimmt auf die Highlights der Songs. Manchmal wurden Geschichten erzählt, manchmal einfach nur Landschaftsbilder, und immer wieder lösten sich die FIlmstreifen in braune, Blubbernde Blasen auf. Sehr geil! Und meine beiden Lieblingssongs wurden auch gespielt, und damit ist ein Konzert sowieso schon immer um Grade besser.
Ich weiß nicht, ob es an der Hitze des Tages lag, an der Hitze des Saales, an meinem allgemeinen Unwohlsein dieser Tage oder tatsächlich an der Band, aber ich hatte - und das habe ich sonst beim Hören so nie - oft den Gedanken: "Ey, das nimmt ja gar kein Ende..." Nun hat Post-Rock die Eigenschaft von langen Songs ohne Gesang, und grade PG.Lost klingen dabei oft sphärisch und nicht mehr ganz mit der Welt verbunden. Das ist der Grund, warum ich sie so mag, aber ich habe gemerkt, dass es für mich auf einem Konzert nicht funktioniert. Als sie die Zugabe gespielt haben, hatte ich das Gefühl, ich würde gleich platzen und skandierte im Kopf die ganze Zeit "Kommt zum Ende. Bitte." Nicht weil sie schlecht waren, sondern weil ich nicht mehr konnte. Es war warm und eng und ich wollte nur noch raus, aber natürlich trotz allem nicht eine Sekunde vom Konzert verpassen. Als der Erste die Bühne verließ, bin ich quasi aus der Kantine geflüchtet. Endlich frische Luft, endlich Platz.

Ich mag PG.Lost nach wie vor. Aber auf ihre Konzerte werde ich wohl nicht mehr gehen, es passt für mich einfach nicht. Ich höre sie lieber zu Hause in Ruhe statt mit verschwitzten Menschen zusammengepfercht in einer Konzertlocation. Ich werde mir, wenn sich die Gelegenheit bietet, trotz allem Morne und This will Destroy You angucken, zwei weitere Bands aus diesem Genre, denn bei der Vorband war das Konzerterlebnis ein ganz anderes.

Ich  habe also eine neue Mission: herausfinden, ob Post-Rock-Konzerte meins sind - oder nicht.


Samstag, 28. April 2012

Mein unsoziales Gen



Endlich. Sommer. 27°.
Eine Freundin hatte zum fetten Grillbeisammensein eingeladen und ich  - ganz getreu meinen Vorsätzen mich diesen Sommer nicht zu verkriechen - habe mich tatsächlich verdammt drauf gefreut. Auch dann noch, als irgendwann gemerkt habe, dass ich außer meiner Freundin keinen kennen werde. "Egal", dachte ich, "lernste halt mal neue Leute kennen, ist doch toll." Kam aber anders.
Ich fühle mich allgemein in Menschenmengen alles andere als pudelwohl, aber auf dieses komprimierte Konzept von Menschenmenge komme ich am wenigsten klar. Als ich irgendwann ging, war die Gruppe 20 Mann (und Frau) stark. Aber fangen wir von vorne an.
Ich war von den Geladenen die erste und hab meine Decke neben die erste gelegt, und die nachfolgenden Menschen legten ihre Decken an, wie bei Domino halt. Dann kam endlich der erste Grill (in Berlin scheint derzeit Grillknappheit zu herrschen), und der wurde am anderen Ende des Deckendominos, das inzwischen einem Floß glich, angezündet. Die Nachfolgenden kannten immer mal einen oder alle und hockten sich dann gleich dazu und es bildeten sich so kleine Grüppchen, die munter drauflos nölten (zuviel gesoffen letzte Nacht), quatschten (gestern war Monsterbash), lachten (weeßte, der Hans-Gerd hat das und das...) und gammelten - übrigens so mindestens zwei Meter von mir weg. Ich saß...auf meiner Decke. Und als die Grills schließlich nicht nur an sondern auch bestückt waren, verlagerten sich auch die letzten Leute im 2m-Radius in den 4m-Radius.
"Ja, wäre sie einfach mit umgezogen" - denkste, jetzt kommt nämlich mein unsoziales - oder: soziophobes - Gen ins Spiel. Das Gen, das für mein Verhalten in solchen Menschengruppen verantwortlich ist. Das mich hemmt, mich irgendwo dazuzusetzen, mitzureden und dabeizusein. Ich kann nicht einfach aufstehen, zu Leuten, die ich nicht kenne, hingehen, und sagen: "Hallo, hier bin ich, was geht ab?" Ich bin auch nicht gut darin, Smalltalk zu halten, jedenfalls nicht auf Anhieb. Und dieses Deckenfloß wirkte mehr und mehr wie eine immer höher werdende Mauer, die ich einfach nicht überwinden konnte. Und anscheinend wirkt es auf andere so, als hätte ich kein Interesse an Menschen oder mich wohlfühlen auf meinem Deckengefängnis, total abweisend und mir selbst genügend. Vielleicht ist es zuviel erwartet, dass Fremde sich einfach mal zu einen setzen, wenn man es selbst ja nicht kann, aber ich kam mir so dämlich, deplatziert und überflüssig vor...Nach zwei Stunden bin ich unter einem Vorwand gegangen. Ich kann ja schlecht sagen, was los war, das klingt so unfassbar selbstmitleidig...

Keine Ahnung. Muss erstmal sortieren.

Jetzt Coke Zero und Detektiv Conan. 
Blubb.

Dienstag, 20. März 2012

It's been a long time...

Kinners, wie die Zeit vergeht. Ich bin immer noch im "Urlaub" zu Hause in Hamburg, war grade eine Woche in München, und was in den letzten dreieinhalb Wochen passiert ist würde ewig dauern um es niederzuschreiben.
Ich habe zwar unglaublich viel erlebt, neue Leute kennengelernt und vor allem sehr deutlich gespürt, dass ich eigentlich, wenn ich denn überhaupt einen Platz in der Welt habe, hier her gehöre. Nach St.Pauli. Vielleicht nicht mal direkt Hamburg, sondern..St.Pauli. Das laut schlagende Herz der Stadt. Und es ist denn verwunderlich? Ich bin direkt in diesem Herz Hamburgs aufgewachsen, wie kann sich mein Herz dann woanders wohl fühlen? Das einzige Problem ist: ich habe keinen richtigen Platz, keinen Ort, an dem ich richtig hingehöre. Sicher, ich habe meine Orte, wo ich mich am wohlsten fühle. Millerntor, Hafen, Elbe, Alster, bestimmte Parkecken...aber ich gehöre trotzdem nirgends dazu. Das Fremdkörpergefühl wächst wieder.
Irgendwie gehöre ich nirgends hin, zumindest fühlt es sich grade so an. Ich passe nirgends richtig rein, womit ich in der Regel wenig bis gar keine Probleme habe. Aber jetzt grade fühle ich mich mutterseelenallein. Und irgendwas in den letzten Wochen hat sich verändert. Als würde ich innerlich kalt werden, unbeweglich, und kein Aas kommt ran. Es fühlt sich fast an wie die Depressionen vor ein paar Jahren, nur dass ich damals das Haus kaum noch verlassen habe, während ich mich jetzt with full force ins Leben werfe. Kann ja nur besser werden. Und da es endlich wärmer wird und ich dann wieder stundenlang irgendwo in der Sonne liegen kann, wird sich der Rest auch legen. Und ich werde hoffentlich wieder aufhören, mich vor mir selnst zu ekeln, mich für mich zu schämen und aufhören, nur als leere Hülle durchs Leben zu wandern.

Samstag, 18. Februar 2012

...she kicked Cicero's ass and lived happily ever after

So wird das bei mir in den nächsten Wochen aussehen


Mittwoch endlich die Mündliche bestanden und hinterher mit viel, viel Alkohol gefeiert. Donnerstag dann erste Kater meines Lebens (nein, ich war nicht bis  Mittwoch abstinent, bisher konnte ich einfach nur saufen was und wieviel ich wollte), gestern dann gleich die nächste Party mit viel Tequilla. Ich habe viel zu wenig geschlafen und bin jetzt ziemlich groggy, aber ich muss noch zur Post und später Oreos backen. Also nichts mit gechilltem Samstag -.- Eigentlich hatte ich vor, mich bis Sonntag einzuschließen und die Welt Welt sein zu lassen, aber ich hab bis Donnerstag zuviel zu tun. Und ich muss halt doch endlich mit meiner Hausarbeit anfangen...

Noch schnell einen Kaffee reinpfeifen und dann: ab dafür!

Donnerstag, 2. Februar 2012

Gammelei Mitten in der Woche

Aber echt mal...


Nachdem mein Kreislauf heute morgen halb erfroren und zitternd darniederlag und ich mich erstmal nicht aus dem Haus bewegt habe, geht es mir nach einer Extraportion Schlaf, unzähligen Kaffees und einem soeben beendeten Buch sehr viel besser. 
Die Sonne hat den ganzen Vormittag auf die Couch geschienen, auf der ich lag und döste und las und Kaffee schlürfte, und jetzt fühle ich mich durchaus gestärkt. Ich will jetzt noch eineinhalb, zwei Stunden Latein machen, dann muss ich ein paar Sachen erledigen und dann bin ich erstmal zum Sushi-Essen verabredet. Heute Abend geht es dann weiter mit Latein. 
Seitdem ich mich von dem Latinum-mit-1/2-Krampf  befreit habe und inzwischen einfach nur noch durchkommen will, ist die Panik etwas besser geworden. Denn: durchkommen werde ich schon irgendwie. Ziemlich sicher. Ich mache mir nichts vor, ich werde nie im Leben den kompletten Grundwortschatz bis zur mündlichen Prüfung auf die Kette bekommen, aber die Grammatik sollte sitzen - was machbar ist - und ein guter Grundstein an Vokabular auch. Der Rest gibt sich. Insofern mache ich jetzt weiter wie bisher, lerne nur pro Tag ein, zwei Stunden mehr, und was ich an einem Tag nicht schaffe, mache ich wannanders mehr.

Deswegen konnte ich es auch verschmerzen, dass nach dem nervlich doch sehr aufreibenden Tag gestern - Handy doof, Zahn verloren und zum Zahnarzt müssen, Backorgie... - heute erstmal etwas gechillt und ein weiteres Buch zu Ende gelesen habe: The short second life of Bree Banner von Stephenie Meyer. Bree Banner taucht als Nebencharakter am Ende von Eclipse auf. Sie ist Mitglied der Neugeborenen-Armee, die die Cullens angreift, ergibt sich aber Carlisle, bevor sie am Ende von Felix von den Volturi umgebracht wird. 
Der Spin-Off ist relativ kurz, nichtmal 200 Seiten, aber es ist eine faszinierende Idee, die  Hauptgeschichte (Eclipse) aus einem zweiten Blickwinkel, nämlich dem der Feinde der eigentlichen "Helden", zu betrachten. Natürlich weiß der Leser gleich am Anfang von Bree Tanner, dass sie das alles nicht überleben wird, aber es macht Spaß, Einblicke in das "normale" Neugeborenenleben zu bekommen, das sich ja doch sehr von Bella in Breaking Dawn unterscheidet. Auf den paar Seiten zeichnet Meyer wieder eine Reihe verschiedenster Charaktere, aber der Kürze dieser...hm...Novelle sei geschuldet, dass sie nicht übermäßig tiefgehen. Durch die Ich-Perspektive Brees lernt man sie besser kennen, was ja Sinn und Zweck des ganzen ist, aber Diego und Freaky Fred bleiben eher Skizzen. Auf der anderen Seite wurden sie nur erdacht, um dem Hauptplot im Hauptroman zu dienen, und dieser Spin-Off ist mehr eine Spielerei. Ich bin mir nicht sicher, ob eine komplette Spin-Off-Serie mit Bree, Diego und Fred funktioniert hätte, auf der anderen Seite - wer weiß das schon? 
Es war ein kurzweiliges Lesevergnügen, und ich habe wieder gemerkt, wie mich Meyers Schreibstil gebannt hat - ich konnte dieses Teil einfach nicht aus der Hand legen.

Ich habe eben ein Los gezogen, welches Buch nun folgen wird, und interessanter Weise hat meine Mitbewohnerin mir zeitgleich dieselbe Empfehlung gegeben wie das Los: Stieg Larssons Verblendung.

Aber voher: Cicero.

Mittwoch, 1. Februar 2012

iPhone...ochnöö...

Ich finds zu geil. Wenn man laut sagt, dass man Probleme mit seinem iPhone hat und inzwischen schwer genervt ist, bekommt man von den Apple-Fans eins übergebügelt a la "Komisch, ich hab das nicht, stell dich nicht so an...und wag es ja nicht, Apple schlecht zu machen",  und von den Apple-Gegnern ein "Kauf dir halt ein richtiges Handy, nicht son Lifestyle-Schnickschnack".
Ganz ehrlich: für mich ganz persönlich war ein iPhone nie Lifestyle (dafür passt der Rest meines Lebens einfach nicht dazu), sondern das beste Smartphone auf dem Markt. Mir steht dieser Apple-Anti-Apple-Krieg HIER. Ich wollte mein iPhone eigentlich einschicken, aber jetzt laufe ich erstmal in den nächsten Laden meines Netzbetreibers und frage, ob ich das komplett zurückgeben und ein anderes Smartphone dafür haben könne. Es nervt mich einfach tierisch. Und ich habe auch keinen Bock, ständig dafür beurteilt zu werden, was ich für ein Handy habe oder nicht habe.
Werdet glücklich mit euren iPhones, Samsung Galaxys und HTCs.
Aber lasst mir meinen Frieden, wenn ich euer spezielles Handy nicht mag.
In Gottes Namen, Amen.
Alta.

Sonntag, 29. Januar 2012

Schnee, ich dachte schon, dich gibt's nicht mehr



Heute morgen lagen zehn Stunden Schlaf hinter mir, der von vier Mal Augenöffnen unterbrochen War. Ein Fortschritt, die vier Male habe ich sonst auch gerne in vier Stunden. Als ich zum fünften Mal die Augen öffnete, trug der Himmel endlich mal wieder rote Wolken, und auf den Dächern lag Schnee... 
Moment, Schnee?
Dieses weiße, kalte Zeug, das einem schneller Kälte in die geliebten, durchlöcherten Chucks jagt als normale, kalte Windergehwegplatten? Ja, Schnee. Alibi-Schnee. Eine Hauchdünne Schicht bedeckte Häuser, Balkons und manche Autos, aber auf dem Boden war er schon nur noch erahnbar. Egal, für den Moment sollte es reichen. 
Auch ansonsten fing der Tag ganz gut an. Ich habe gleich mit dem Frühstückskaffee meinen ersten Vokabelblock hinter mich gebracht, immerhin 45 Minuten am Stück, und bin danach gleich hochpanisch motiviert an meinen Cicerotext gegangen. Doch trotz der klammen Gefühls in der Magengrube, dass die verdammte Prüfung schon in 12, nein, 11 Tagen ist, konnte ich mich des Schachtelsatzes, der sich über endlose sechseinhalb Zeilen zog, nicht erbarmen. Aber immerhin, etwas habe ich getan, insgesamt aber weniger als geplant. In meinen Kopf stehlen sich Bilder von Sommer und Baggersee, was allein deshalb schon seltsam ist, weil ich in meinem ganzen Leben nur einmal an einem solchen See war. Ich kenne zwar auch einen "echten" beim Campingplatz meiner Großeltern, aber allgemein galt für mich schon immer die Prämisse: wenn Wasser, dann nur fließend - was in meiner Vorstellung einzig und allein auf Fluss und Meer zutrifft, vielleicht noch auf Dusche und Wasserhahn, aber darin kann man nicht schwimmen, dementsprechend dienen sie nur schlecht als tagträumerische Fluchten. Zwischendurch immer wieder der gegruselte Blick auf meine Lernkarten, aber den größten Teil des Mittags und Nachmittags habe ich am See verbracht. Irgendwann, schon lange nach meinem Mittagessen, das heute sogar als echte Mahlzeit bezeichnet werden kann und nicht mehr nur als faules, schnell hingeschmiertes Toast, zog es mich aber vom Wasser fort nach Thornfield. Jane Eyre hat mich über 250 Seiten langin Beschlag genommen, und ich befürchte, dass ich weiterlesen muss. Es liegen nämlich noch weitere 250 Seiten vor mir, aber da sie ihren Angebeteten wohl auf den nächsten Seiten heiratet, frage ich mich, was da noch kommt. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber ich hoffe, es geht nicht so weiter, wie ich befürchte: detailgenaue Beschreibungen ihrer Ehe, ihrer 15 Schwangerschaften, an deren letzten sie dann dahinsiechen wird. Wobei, da der Roman aus ihrer Sicht beschrieben wird, wäre es durchaus interessant, das Sterben aus einer solchen Perspektive zu erleben. 
Neben der Unproduktivität des Tages sind auch meine Befürchtungen ob meines komischen Bauchgefühls nicht grade spaßig. Meine alte Freundin Prüfungsangst - nein, ich werde sie auch dieses Mal nicht los, und ich werde nich allzuviel Energie darauf verschwenden, sie zum Gehen zu überreden - hat ja seit Donnerstag wieder ihren semidauerhaften Wohnsitz bezogen. Der brackige Geschmack auf meiner Zunge und das brennende Gefühl im Magen kommen aber nicht nur von ihr, sondern anscheinend auch daher, dass ich grade wieder auf dem besten Wege einer Reflux bin. Heißt: Kein Kaffee, kein scharf, kein süß. Die vier Male, die ich heute wach geworden bin, hätte ich jedes Mal spucken können, ich hatte das Gefühl,die Süßigkeiten von gestern müssen raus. Zum Frühstück hatte ich das aber schon wieder vergessen, und jetzt sitze ich wieder da, mit dem gleichen sauren Gefühl in der Magengegend. Und bevor es wieder ins Extrem ausartet und ich keinen Kaffee trinken darf, was in der Prüfungszeit für mich und vor allem für die Freude meiner Umwelt absolut tödlich ist, esse ich die nächsten drei Wochen lieber weniger bis gar keine Süßigkeiten.

Wohlan. Mal sehen, wie ich die letzten Stunden des Tages rumbekomme, aber befürchte fast, dass Cicero der Bronte unterlegen ist. Morgen werde ich auf meine Englischkenntnisse geprüft, aber irgendwie sehe ich der Prüfung sehr entspannt entgegen. Vielleicht etwas zu entspannt, ich hoffe, ich vergesse nicht, hinzugehen...

Samstag, 28. Januar 2012

...und müde bin ich auch

Es ist wahr, ich könnte den halben Tag pennen. Da ich die Nächte aber auch schon wieder nicht durchschlafe, sondern mindestens ein, zwei Mal pro Nacht (eher zwei bis vier Mal) aufwache, und insgesamt meistens mnur maximal sechs Stunden Schlaf bekommen, ist das kein Wunder. Das ist allerdings der denkbar schlechteste Zeitpunkt dafür, denn in 12 Tagen steht das schriftliche, in 18 Tagen das mündliche Latinum in Haus. Ich kann Latein jetzt schon nicht mehr sehen, als hätte ich mich zwei Wochen lang nur von Pizza ernährt, und könnte würgen, sobald ich die Cicero-Texte sehe. Aber gut, da muss ich durch, in zweieinhalb Wochen ist alles geschafft. Vielleicht sollte ich da so rangehen: nur noch zweieinhalb Wochen, dann kann ich soviel lesen und gammeln und schlafen wie ich will. Keine schlechten Aussichten, aber die Zeit werde ich nur genießen können, wenn ich das Latinum hinter mir habe...
Aufhören zu nölen, mehr machen.

Immerhin klappt es mit meinen anderen Vorsätzen etwas besser. Gestern war ich auf dem ersten "Konzert" dieses noch jungen Jahres, nachzulesen hier, und war hinterher noch zwei Bier mit ner Freundin trinken. Heute nur gegammelt, weil die Nacht so scheiße war, also muss jetzt noch was gemacht werden. Montag habe ich meinen Englisch-Sprachtest, ich hoffe, ich vergesse nicht, hinzugehen...Ich bin gespannt.

Ich merke gade schon beim Schreiben wieder, wie gehetzt ich bin. Ich habe das Gefühl, dass ich mir kaum noch Zeit nehmen kann für irgendwass, rastlos, ruhelos, und ich denke, das wirkt sich einfach auf meinen Schlaf aus.

So denn, Schreibtisch, here I come.